Analytische Psychotherapie und Tiefenpsychologie

Die moderne tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, so wie sie als Kassenleistung bezahlt wird, ist auf 25/50/ 80, maximal 100 Stunden beschränkt ( im Kinder- und Jugendbereich werden normaler Weise 70 /90 Stunden genehmigt). Für die allermeisten Patienten reichen diese Stundenkontingente aus – aber eben nicht immer, wenn man an stark traumatisierte oder in ihrer Persönlichkeitsstruktur stark eingeschränkte Menschen denkt. Die moderne analytische Psychotherapie, so wie sie als Kassenleistung bezahlt wird,  ist auf 80/ 160/ 240, maximal 300 Behandlungsstunden begrenzt, bei Kindern und Jugendlichen auf (70/90 bis maximal 150 Stunden): Zeitlich längere Prozesse werden für die Arbeit mit Menschen einkalkuliert, die starke Einschränkungen in den sog. „Ich-Funktionen“ aufweisen (Denken, Fühlen, Handeln, Einordnen, in Beziehung zu anderen Menschen treten usw.). Es kann sich lohnen, die analytische Abrechnungsziffer zu besitzen, gerade, wenn ein Patient erst nach längerer Zusammenarbeit Vertrauen gefasst hat und viele verschiedene Probleme zu bewältigen hat.


In der sogenannten „verklammerten Ausbildung“, die an der KBAP angeboten wird, können beide Abrechnungsziffern ZUSAMMEN, aber auch nacheinander im Sinne einer „Ergänzungsqualifikation“ erworben werden, sowohl die für TP als auch die für AP, dies sowohl für angehende ErwachsenenpsychotherapeutInnen als auch im Kinder- und Jugendlichenbereich. Dieses Y- Modell kann erfahrungsgemäß nur berufsbegleitend (in 5 Jahren) absolviert werden.


Besonderheiten bei der Ergänzungsqualifikation „Analytische Psychotherapie“ bzw. „Y- Lösung“ bei der verklammerten Ausbildung in TP und AP
Die sog. „Y-Lösung“ oder Ergänzungsqualifikation analytische Psychotherapie an der KBAP umfasst die vertiefte Erfahrungen in der sowohl tiefenpsychologisch fundierten als auch der psychoanalytischen Behandlung von Krankheiten und Störungen, denen unbewusste seelische Konflikte sowie strukturelle Defizite zugrunde liegen einschließlich der Anwendung in der Prävention und Rehabilitation. Der besondere Fokus liegt auf einem vertieften Verständnis unbewusster Prozesse in der Therapeuten-Patientenbeziehung.
Ein analytisch begründeter „Mehrwert“ zur grundständigen tiefenpsychologisch fundierten Ausbildung an der KBAP kann folgendermaßen beschrieben werden.
In 140 Stunden vertiefender Theorie wird in kleinen Gruppen versucht, eine Entschleunigung des Lerntempos vorzuzunehmen. Es ergibt sich Zeit, sich dem speziellen analytischen Bericht im Antragsverfahren zu widmen. Es ergibt sich ein Raum zu vertiefter Selbsterfahrung (zusätzliche 160 Std.). Bei einem überschaubaren Aufwand entsteht doch eine sinnhafte Vertiefung des tiefenpsychologischen Basiswissens, das zu großen Teilen als grundlegend im Rahmen der TP- Ausbildung erworben, anerkannt werden kann. Zusätzlich sind mind. 2 abgeschlossene analytische Behandlungen unter Supervision durchzuführen, von denen mind. eine 240 Std. umfassen muss und 6 analytische Anträge sind zu erstellen.
Spezielle Themen:

  • Wie gestaltet die analytische Psychotherapie Raum für regressive Prozesse und eine vertiefte Durcharbeitung des Unbewussten?
  • Welche Bedeutung gewinnt die Abstinenzregel in der zeitgemäßen Psychoanalyse?
  • Wir wird die in analytischen Psychotherapien vermehrt auftretende negative Übertragung bearbeitet  bzw. wie können komplexe Übertragungsangebote systematisch gedeutet bzw. durchgearbeitet werden?
  • Wie kann die Analytische Traumanalyse in den psychotherapeutischen Prozess einbezogen werden
  • Warum bietet sich die analytische Psychotherapie als eine besondere Indikationsstellung für Persönlichkeitsstörungen an?


Die Refinanzierung des Y- Ausbildungsgangs ist durch die Patientenbehandlung im Umfang von insgesamt 1000 – 1350 Stunden (TP und AP) gewährleistet.