Analytische Psychotherapie

Die Analytische Psychotherapie ist eine der drei von den gesetzlichen Krankenkassen anerkannten Psychotherapieverfahren (LINK auf PTG). Sie basiert auf der Psychoanalyse in der Nachfolge Sigmund Freuds und deren Weiterentwicklungen, vor allem durch Alfred Adler und Carl Gustav Jung. Die analytische Psychotherapie ist eine Langzeittherapie. Erforderlich ist das Eingehen einer intensiven Übertragungs- und Gegenübertragungsbeziehung zwischen PsychotherapeutIn und PatientIn. Das heißt, dass in der therapeutischen Beziehung Konstellationen wieder auftauchen können, die auch in frühkindlichen Beziehungen eine Rolle gespielt haben. Diese früh verinnerlichten, meist unbewussten Konstellationen zu erfassen und vor dem Hintergrund heutiger Bedürfnisse des Patienten zu deuten und ins Bewusstsein zu heben, sind  Zielsetzungen einer analytischen Psychotherapie. Das Zulassen einer  Regression in diese frühkindlichen Beziehungsmuster und die anschließende Progression in einer „neuen“  (der therapeutischen) Beziehung werden als wichtiges Heilungskriterium  verstanden. Ursprünglich erfolgte die Behandlung im Liegen, heute gibt es vielfach modifizierte psychoanalytische Behandlungsformen, die auch im Sitzen durchgeführt werden. Die besonders intensive Auseinandersetzung mit der Kindheit  und Jugend ist in jedem Fall ein Charakteristikum dieses Verfahrens: Die Zeit als gelebte Zeit, die bestimmte Prägungen, aber auch seelische Verletzungen mit sich gebracht hat, wird als wichtiger Faktor für die Genese und auch für die Behandlung einer psychischen Erkrankung anerkannt. Die Analytische Psychotherapie kann im Einzelsetting und in der Gruppe durchgeführt werden. Die Krankenkassen erstatten von 80 über 160 bis zu 240 Stunden (max. 300 Std.).Patienten kommen meist häufiger zu ihrem Psychotherapeuten als bei der Anwendung anderer Verfahren: Gerade für Patienten mit starken Persönlichkeitsstörungen und wenig eigener Strukturierungsfähigkeit gelten 2-3mal pro Woche als hilfreiche Begleitung, wie inzwischen auch zahlreiche Studien (LINK zu Leichsenring) belegt haben. Als Gruppentherapie können im analytischen Verfahren  80-120 (max. 150 Std.) von den KK genehmigt werden.