Körperpsychotherapie - ABT

Die Körperpsychotherapie verfügt über viele unterschiedliche Verfahren.

An der kbap wird der Ansatz der Analytischen Bewegungs- und Tanztherapie (ABT)  im Rahmen einer zertifizierten Fortbildung vermittelt.

ABT – Analytische Bewegungs- und Tanztherapie

Ärztliche und psychologische PsychotherapeutInnen stoßen oft an die Grenzen ihrer Möglichkeiten, wenn sie ausschließlich ihre Sprache als therapeutisches Instrument einsetzen. Schon Ferenczi und Balint ist aufgefallen, daß der Welt der Sprache für die Entwicklungsförderung von PatientInnen Grenzen gesetzt sind. Nonverbale Kommunikationsweisen sind daher zum Beispiel in der tiefenpsychologisch/analytischen Bewegungstherapie (ABT), die aus klinischen Erfahrungen in den letzten 35 Jahren erwuchs (Siegel, Voigt, Trautmann-Voigt), für die Psychotherapie verfügbar gemacht worden. Auch die neuere Säuglingsforschung (Stern, Lichtenberg) zeigt heute genauer auf, wie Bewegungs- und Körperinteraktionen die psychische Entwicklung von Menschen prägen.

Im Kompaktcurriculum Analytische Bewegungstherapie/ Körperpsychotherapie (ABT) wird körper- und bewegungsintegrierende Psychotherapie von TeilnehmerInnen "am eigenen Leibe" erprobt und methodisch reflektiert. Dabei können eigene Erfahrungen mit nonverbalen Interaktionsformen bzw. Angeboten gemacht werden, die für die bewegungsintegrierende therapeutische Beziehung typisch sind. Modellsituationeri der eigenen Biographie werden in Szene gesetzt und auf der Basis der modernen Psychoanalyse reflektiert. Von ihrem Ursprung her ist die ABT eine psychoanalytisch begründete Körpertherapie, in der verbale und nonverbale (Bewegungs-)Dialoge eingesetzt werden. Der Vorteil von Bewegungsinterventionen ist ein direkter Zugang zum Affekt einschließlich unbewußter Gefühlskonflikte aus der Vergangenheit. Zudem wird durch eine Veränderung des Körperschemas und des Körperbildes auch eine Veränderung anderer Persönlichkeitsaspekte möglich. Eine wichtige Zielsetzung dieser Fortbildung ist die Verbesserung der Körpergrundwahrnehmung und eine entsprechende Gefühlsdifferenzierung, verbunden mit der kognitiven Verarbeitung lebensgeschichtlicher Zusammenhänge. Körperarbeit findet hierbei sowohl als konzentrierte körper- und bewegungsbezogene Selbstwahrnehmung, als auch im Sinne kommunikativer Bewegungshandlungen und Bewegungsgestaltungen (Handlungsdialog) statt. Wie in der Psychoanalyse und der tiefenpsychologischen Psychotherapie liegt bei dieser Methodik die Betonung auf einer systematischen Durcharbeitung der Konflikte aus der Vergangenheit unter ständiger Berücksichtigung gegenwärtiger leiblicher Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene. Insbesondere stützt sich dieser therapeutische Ansatz auf Konzepte der neueren Entwicklungs- und Objektbeziehungstheorie, die Erkenntnisse der modernen Säuglingsforschung sowie auf die Psychoanalytic Dance Movement Therapy nach Elaine V. Siegel (USA).

Zielgruppe

Das Kompaktcurriculum Körperpsychotherapie/Analytische Bewegungstherapie findet als in sich abgeschlossene Fortbildung statt und richtet sich an praktizierende ärztliche oder psychologische PsychotherapeutInnen, die ein körperbezogenes Verfahren in ihre psychotherapeutische Tätigkeit integrieren möchten. TeilnehmerInnen können dieses Kompaktcurriculum als Grundlagenqualifikation betrachten, das sie befähigt, Aspekte der Analytischen Bewegungstherapie in ihrer Berufspraxis zu nutzen.

Die Teilnahme an diesem Kompaktcurriculum kann bei weiterem Interesse an unserer Arbeit auch den Grundbaustein für die berufsbegleitende Weiterbildung in tiefenpsychologischer Tanz/Bewegungstherapie  am DITAT bilden. Dieser Schwerpunkt beinhaltet ein weiterführendes Seminarprogramm zur Vertiefung der Kenntnisse in Bewegungsanalyse, nonverbalen Deutungstechniken, leiblichen Gegenübertragungsanalysen, ausdrucksbezogenen Interventionstechniken und ein tanz/bewegungstherapeutisches Praktikums- und Supervisionsprogramm.