Inhalte der ABT-Fortbildung

Körperarbeit findet sowohl als konfliktzentrierte und bewegungsbezogene Selbstwahrnehmung, als auch im Sinne kommunikativer Bewegungsgestaltungen (im "Handlungsdialog") statt. Wie in tiefenpsychologisch fundierten bzw. psychodynamischen Verfahren liegt bei der Methodik der ABT die Betonung auf einer systematischen Durcharbeitung der Konflikte aus der Vergangenheit unter ständiger Berücksichtigung gegenwärtiger leiblicher Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomene. Insbesondere stützt sich dieser tanztherapeutische Ansatz auf Konzepte der neueren Entwicklungstheorie, der Säuglingsforschung, der Objektbeziehungs- und der Selbstpsychologie sowie auf Erkenntnisse der Neurophysiologie. Allerdings bringt der Einsatz der Bewegungsanalyse interessante Berührungspunkte mit der Verhaltensanalyse mit sich.

Zeitraum

Die Kompaktfortbildung ABT findet als zusammenhängende Maßnahme in einer geschlossenen selbsterfahrungsorientierten Gruppe über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren statt. Eine kontinuierliche Teilnahme ist erforderlich. Sie umfaßt insgesamt 160 Stunden in 10 zweitägigen Seminaren (16 Seminareinheiten pro 2tägiger Veranstaltung (immer freitags 15.00 - 21.00 Uhr und samstags 9.00 - 16.00 Uhr). Im ersten Jahr finden fünf Seminare statt, die vornehmlich themenspezifischer Selbsterfahrung mit der Methodik der ABT dienen (80 Stunden Grundlagen).

Im zweiten Jahr finden fünf Seminare als Praxis-Theorie-Einheiten statt, in denen zunehmend mehr die Selbsterfahrungseinheiten mit der begründenden Theorie und der eigenen psychotherapeutischen Tätigkeit und Behandlungsmethodik verbunden werden sollen. Fallbezogene Darstellungen ergänzen die eigenen Erfahrungen in der ABT-Methodik.

Inhalte der Fortbildung: 1. Jahr

Seminare 1 bis 5:

a) Definition und Entwicklung der Methode

  • theoretische Bausteine und Begründungszusammenhänge
  • Anthropologie und Ethik

b) Übergeordnete Theorie der Bewegung: Motorik und Ich-Differenzierung

  • psychoanalytische Entwicklungstheorie und Bewegungsentwicklung
  • Säuglingsforschung und Bewegungsforschung für Deutungsanalysen nonverbaler Interaktionen 
  • Rhythmisch-dynamischer Handlungsdialog / Rolle des Tanzes

c) Analytische Bewegungslehre: Das Körperbild

  • Wahrnehmung, Bewertung, Selbstkonzept und personale Kontrolle
  • Bewegungsabstimmungen und Wahrnehmungsmodalitäten
  • das kinästhetische und das taktile Körperkonzept
  • das auditive und das visuelle Körperkonzept
  • das symbolisch interagierende Körperkonzept
  • das funktionale Körperkonzept
  • das integrierte Bewegungsbild / freier authentischer Tanz

d) Diagnostik: Die Evaluierung von Bewegungsstruktur und Bewegungsbild

  • quantitative und qualitative Aspekte der Bewegungsrepertoire-Analyse
  • motorische Grundfertigkeiten, Spannung und Entspannung, Lockerung, Dehnung und Kraft, Koordination - Bewegungsökonomie
  • Bewegungsanpassung
  • Antriebsverhalten und Energiemobilisierung
  • Gestaltung von Bewegungsbeziehungen Termine: auf Anfrage

Inhalte der Fortbildung: 2. Jahr

Seminare 6 bis 10:

e) Indikationen

  • Störungen des kinästhetischen und/oder taktilen Körperkonzepts
  • Störungen des visuellen und/oder auditiven Körperkonzepts
  • Störungen des symbolisch interagierenden und/oder funktionalen Körperkonzepts
  • Integrationsstörungen von Teilkörperselbstkonzepten

f) Behandlungsmethoden

  • strukturierende Körperarbeit oder Bewegungsintervention
  • übende Körper-, Atem- oder Bewegungsintervention - erlebnisfördernde Bewegungsaufgaben / tänzerische Improvisation
  • konfrontierende Körper- oder Bewegungsarbeit
  • verbale und/oder nonverbale Deutung
  • intermediale Interventionen
  • Verbindungsmöglichkeiten von Bewegungsprozessen und psychoanalytischer Reflexion

g) Behandlungstechniken - Entspannungsverfahren - Körper- und Bewegungsübungen und Bewegungsrituale - Tanz und Bewegung

  • Spiel/Rollenübernahme/szenische Modellsituation
  • Bewegungs- und rhythmische Improvisation
  • Selbst- und Fremdwahrnehmungsschulung
  • Bewegungsgestaltung und Choreographie von Lebens- und Konfliktthemen
  • Umgang mit leiblichen Übertragungs-/ Gegenübertragungsphänomenen, Widerstand und Abwehr im Körper/Bewegungsverhalten