kbav: Selbstsicherheitstraining

15.04.2018 bis 15.04.2018

Tag 1

Zeitraum: 09:00 bis 16:30
Dozent: H.J. Lütgerhorst

Unterrichtseinheiten: 8
Teilnahmegebühren: 160,00 EUR

Inhalte der Veranstaltung

 

 

Aufbautag zum 14.04.2017

Gruppen-VT und Kognitiv-hypnotherapeutisches Selbstsicherheitstraining

 

Verhaltenstherapie in Gruppen wird viel zu selten in der Praxis angewandt. In der Gutachterpraxis wird nur in ca. 2% der Anträge Gruppentherapie beantragt; nur ca. 8% aller für Gruppentherapie zugelassenen Psychotherapeuten nutzt Gruppentherapie. Dies hat zulassungs- und vergütungsbezogene, aber auch logistische Gründe. Für 2017 ist ein erleichterter Zugang vorgesehen. Vor allem bei interaktionellen Störungen bietet sich Gruppen-Verhaltenstherapie noch eher an als Einzeltherapie. Für homogene Störungen stellt Gruppen-VT ein ökonomischeres Vorgehen dar. Die Kombination mit Einzeltherapie ist in Kliniken häufig Standard, allerdings handelt es sich dann nicht um geschlossene, sondern langsam offene Gruppen. Ein Überblick mit Einordnungsschema für verschiedene Arten von Gruppen  wird dargestellt.

Die Vorteile der Gruppen-VT sind u.a. in den folgenden Domänen zu finden: Erleben von Anteilnahme,  Solidarität und Kritik, Imitationslernen, multiple Verstärkung, Bezugssystemkorrekturen, Flexibilisierung von starren Mustern, beschleunigte Herstellung von Basisverhalten und Identifikation von zielverfehlenden Kognitionen, Emotionen und Verhalten.

Die Durchführung von Gruppen-VT stellt über die Erfordernisse für Einzeltherapie hinausgehende Anforderungen an den Psychotherapeuten, wie z.B.: Motivation für eine aktive Moderator- und ausgleichende Funktion, geteilte Aufmerksamkeit und Fähigkeit zur Synthetisierung der Informationsfülle, Einfallsreichtum und Flexibilität, Strukturierungsfähigkeit, Bewältigung der eigenen Furcht vor negativer Bewertung. Ein gegengeschlechtlicher Ko-Therapeut ist nützlich und entlastend. Gruppenkohärenz stellt ein Analogon zur Qualität der therapeutischen Allianz dar.

Es werden verschiedene Methoden dargestellt und in Demonstrationen mit den Teilnehmern eingeübt, wie: psychoedukative Gruppen; horizontale, vertikale und laterale  Problem- und Zielanalyse in der Gruppe; interaktionelles zieloffenes Problemlösetraining bei dosiert heterogenen Störungen. Auf die geleitete  Selbsterfahrung  als  Analogon  zur  Gruppenpsychotherapie wird verwiesen.

 

 

Als Beispiel für eine störungsspezifische, zielgeschlossene Gruppen-VT dient das Selbstsicherheits- oder soziale Kompetenztraing mit Rollenspiel. Hierbei werden Reizgeneralisierung, Verhaltensformung und -verkettung, Ausblendung und Modelllernen wirksam. Spiegelneuronen begünstigen das Modelllernen beim Beobachter. Negative Rückmeldung wird als Kunstfehler eingestuft. Die kognitive Umstrukturierung wird auch in der Gruppe alternierend zum Rollenspiel mittrainiert. Besondere Betonung liegt auf Hypnotherapie zur kognitiven Umstrukturierung auf den verschiedenen Abstraktionsebenen von Kognitionen, dabei kann der Ego-State-Ansatz zum Tragen kommen.

Das Training sollte ressourcenorientiert durchgeführt werden, ggf. auch videogestützt. EMDR kann bei der Bearbeitung traumatischer Beschämung eingesetzt werden.

 

Lernziele: Ihre aktive Teilnahme ist sehr förderlich für den Erwerb von Kenntnissen und Fertigkeiten. Das Seminar ist nicht auf die Vorstellung eines Manuals, sondern auf die Vermittlung von variabel anwendbaren Prinzipien ausgerichtet.

 

 

Zielgruppen

Im Rahmen unserer Lehrangebote ist diese Veranstaltung zudem für die Teilnehmer der folgenden Lehrgänge interessant:

  • Ärztliche Weiterbildung
  • Ausbildung KJ-PsychotherapeutIn
  • Ausbildung Psych. PsychotherapeutIn

Ausbildungsgelemente

  • C - Wahlpflichtbereich C (max. 60 UE)
  • D - Mentorat