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Mitten in der Bonner City liegen unsere staatlich anerkannten Ausbildungsinstitute für angehende PsychotherapeutInnen.

Traumatisierung und Strukturdefizit (Renate Hochauf)

Die Uhrzeiten sind: - Samstag: 10:00-18:00Uhr - Sonntag: 10:00-14:00Uhr

KBAP
Bertha-von-Suttner-Platz 6
Bonn
-
- Uhr
300
Plätze vorhanden

Frühe Traumatisierung und Strukturdefizit - Akzente einer psychoanalytischen Prozessreflexion

Die Struktur schwerer Bindungs- und Persönlichkeitsstörungen ist vor allem durch einen hohen Anteil präsymbolischer Repräsentanzen und dissoziativ-spaltungsdominierter Abwehrvorgänge charakterisiert. Dies lässt den Schluss zu, dass zentrale Symbolisierungsprozesse der Selbst-Objektbeziehung im Verlauf der Strukturbildung frühzeitig und schwer behindert wurden. Dissoziative Abwehrfixierungen aber gelten unterdessen als Hinweise auf traumatische Erfahrungsanteile.

Während spätere Traumata eine hinreichend stabile Weltsicht erschüttern, werden Traumatisierungen im präsymbolischen Alter, also vom Lebensanfang bis etwa dem 2./3. Lebensjahr, in die sich bildende Erfahrungsstruktur als grundsätzliche Lebenswirklichkeit eingeschlossen. Sie können infolge ihrer dissoziativen Qualität nicht mit anderen Erfahrungen verdichtend in bewusste Strukturen integriert werden. Deshalb verblieben sie in subkortikal passiven Aktivierungsmodi fixiert und können nicht reflektiert, sondern nur reaktiviert werden. Eben deshalb können sie therapeutisch auch von dynamischen Vorgehensweisen wenig profitieren, da sie im impliziten Erfahrungsraum verbleiben, dynamische Vorgänge aber Konfliktregulationen des assoziativen Kortex voraussetzen.

Implizite Strukturen sind affektiv sensomotorische, handlungsorientierte Prägungen. Sie haben subkortikalen Eindruckscharakter und somit an sich keine dynamische Qualität – auch wenn sie nach außen eine solche Wirkung erzielen können.

Für einen solchen Prozessansatz liefern Ergebnisse der Säuglingsforschung, der Traumatherapie, neuerdings auch der Epigenetik wichtige Erkenntnisse. Besondere Bedeutung für das Prozessverständnis hat die Beschäftigung mit der neurobiologischen Gedächtnisregulation erlangt. Sie kann uns näherbringen, in welchen Funktionsebenen des Gehirns bestimmte Vorgänge der (expliziten) Konfliktdynamik ablaufen, warum diese bei strukturellen Störungen, bei frühen Bindungs- und Gewalttraumata oder gar pränatalen Erfahrungen nicht verfügbar sind, der Erfahrungsabruf weitgehend implizit-interaktionell abläuft, wie man sich die Unterschiede der Entstehung dynamischer Abwehrmechanismen der Gegenbesetzung auf der Konfliktebene gegenüber dissoziativen oder Spaltungsphänomenen erklären kann.

Klassische therapeutische Ansätze führen bei strukturellen und Persönlichkeitsstörungen nur begrenzt zu übergreifenden Veränderungschancen.

In einem modifizierten analytischen Prozess ginge es deshalb darum, Verarbeitungsmodi von der impliziten Ebene früher Eindrucksqualitäten des Kindes bis zur assoziativ-kognitiven, expliziten Bewusstheit des reifen Gehirns zu begleiten.

Für das therapeutische Vorgehen bei frühen Traumata ist deshalb wichtig, nicht assoziativ-dynamisch zu intensivieren, wie dies bei nichttraumatischen Erfahrungen möglich ist. Vielmehr müssen sich zunächst die Interventionen an dem speziellen impliziten Abbildungscharakter anpassen, als auch für den Umgang mit Übertragungen diskutiert werden, wie in diesem Ansatz diskutiert werden soll. Es ist erwünscht, eigene Fälle mitzubringen.

Literaturempfehlungen:

Hochauf, R. (2007) Frühes Trauma und Strukturdefizit, Asanger, Kröning

VeranstalterUnterrichtseinheitenAusbildungselementeZielgruppen
KBAP 15
  • C-Wahlpflichtbereich (max. 60UE)
  • F-Freie kostenpflichtige Buchung
  • Ärztliche Weiterbildung
  • Ausbildung KJP
  • Ausbildung PP